Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit. Nachdem E-Books, Tablets und andere elektronische Gadgets einen selbstverständlichen Platz im täglichen Leben eingenommen haben, steht uns mal wieder ein neues Zeitalter ins Haus: das der riechenden, schmeckenden und hörenden Smartphones. Laut einer Prognose von IBM-Forschern ist das schon bald keine Utopie mehr.

Könnten sensible Gadgets schon bald bei der Eltern-Kind Kommunikation helfen?
 (HaPe_Gera/flickr.com/CC BY 2.0)

Nach Sprach-Erkennungssoftwares und anderen brillanten Erfindungen, die das digitale Leben so viel leichter machen, kommen nun also die riechenden und schmeckenden Smartphones. Es scheint, als habe man sich fast schon damit angefreundet, dass die technischen Anhängsel dem Menschen immer ähnlicher werden. Bei so viel menschlichen Charakteristika stellt sich allerdings auch die Frage, ob die Smartphones von Morgen uns nicht auch bald in anderen Dingen nacheifern, an schlechten Tagen einfach mal auf stur schalten oder aufgrund von emotionalen Schwankungen und Gefühlsduselei einfach keine Lust haben, unsere elektronischen Helfer zu spielen.

 

Den Audio-Player mit dem NETZ.REPORTER findet ihr unten. 

 

 

Und hier das NETZ.SKRIPT zur Sendung:

 

Schnuppernde Smartphones und Synchronübersetzer für Säuglinge

 

Computer können einfach alles. Sehen, hören, riechen, tasten und schmecken. Wenn nicht jetzt, dann innerhalb der nächsten fünf Jahre. Denn laut Forschern von IBM steht das Zeitalter des sensuellen Computers in den Startlöchern. Entwarnung für Fortschrittsskeptiker: Die gefühlsstarken Rechner wollen selbstredend nur unser Bestes.

 

Via Touchscreen soll man beispielsweise den Stoff von Klamotten ertasten können. So würde Onlineshopping endlich zur handfesten Sache. Patienten in abgelegenen Bergdörfern könnten online vom Arzt abgeklopft werden.

 

Geschmackssichere Computer erkennen und analysieren unsere Nahrungsvorlieben. Solcherart entwickeln die elektronischen Ernährungsberater leckere wie gesunde Alternativrezepte zu fettigem Fastfood.

 

Und die digitale Fürsorge geht noch weiter. Anhand unseres Atems sollen Smartphones unseren Gesundheitszustand riechen, Geruchssensoren an der Gemüsetheke böse Bakterien erschnüffeln.

 

Auch die subtilen Signale der Natur werden elektronisch entschlüsselt. Indem Rechner für uns unhörbare Geräusche registrieren und deuten. Klingt der Fluss nach baldiger Flutwelle? Hört sich der Hang danach an, dass demnächst ein Erdrutsch ins Haus steht?

 

Neben der finalen Enträtselung der Sprache der Natur, werden auch allzu menschliche

Sprachbarrieren elektronisch überwunden.

 

Digitale Synchronübersetzer für Säuglinge sollen Eltern endlich dabei helfen, ihre Babys besser zu verstehen. Die artikulieren sich ja traditionell eher undeutlich. Mutmaßungen ob volle Windel, leerer Bauch oder Verdauungsstörung hätten endlich ein Ende.

 

Fantastisch. Und man fragt sich: Wie nur konnte die Eltern-Kind Kommunikation 200.000 Jahre bloß ohne auskommen. Bleibt zu hoffen, dass der Babytranslator besser funktioniert als der von Google. Tragisch, wenn die Menschheit in den nächsten fünf Jahren an missverstandenem Bauchweh eingehen würde.

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