Dass nicht nur Mensch, sondern auch Tier, beidermaßen ungesund für das Klima sind, ist bekannt. Denn nicht nur Autos und Flugzeuge sind klimaschädliche CO2-Schleudern, auch die so unschuldig anmutenden Kühe sind aktiv an der fortschreitenden Erderwärmung beteiligt. Schuld ist, wie so oft in der heutigen Zeit, die Ernährung der Vierbeiner. 

Unschuldiges Nutztier oder bedrohlicher Klima-Killer? (Lorenz Ammon/flickr.com/CC BY-NC-SA 2.0)

Bisherige Ansätze, das Problem bei der Wurzel zu packen, kamen vor allem von Seiten der Vegetarier-Lobby. Denn die Rechnung, dass Massentierhaltung in direktem Zusammenhang mit dem stetig ansteigenden Methan-Ausstoß steht, lässt sich relativ leicht und unproblematisch ableiten.

Einen anderen Lösungsansatz, der keine Einschnitte für Fleischliebhaber vorsieht, brachte jetzt die staatliche Wissenschaftsbehörde Australiens auf den Plan. Denn warum sollte der Mensch auf Fleisch verzichten, wenn auch eine Änderung im Speiseplan der Kühe die gewünschte Lösung der Probleme sein könnte? Mit neuester WLAN-Technik rücken nun die Forscher dem klimafeindlichen Methangas auf den Pelz.

 

Den Audio-Player mit dem NETZ.REPORTER findet ihr unten.

 

Und hier das NETZ.SKRIPT zur Sendung:

Vernetzte Killerkühe

 

Harmlos stehen sie auf der Wiese. Muhen, mampfen und gucken aus sanften Augen. Kühe sind Verkörperung des friedlichen Landlebens. Bekanntermaßen ein veritabler Betrug. Denn schließlich gehören Kühe zu den größten Klimaschweinen. Unsere 1,4 Milliarden mobilen Milch- und Fleischlieferanten sollen satte 5 Prozent zur Erderwärmung beitragen. Mittels Methan, das sie vorne und hinten absondern.

 

Allerdings sind einige Kühe umweltfreundlicher als andere. Der Frage, warum manche weniger Methan produzieren, widmet sich nun die CSIRO, die staatliche Wissenschaftsbehörde Australiens. 

 

Aus gutem Grund: Denn durch Züchtung methanarmer Vierbeiner und damit verbundener Nahrungsumstellung ließen sich, den Forschern zufolge, die Emissionen um bis zu 50 Prozent reduzieren.

 

Das Problem: Wenn die Kühe über die Weide trotten, lässt sich ihr Gasausstoß nicht besonders gut messen. Also haben die Wissenschaftler die Rinder verwanzt.

 

Mit einem selbst entwickelten Gassensensor. Mittels Infrarot misst er über Wochen die Methanproduktion im Magen des Hausrinds. Genauer gesagt im Pansen, dem Hauptquell des klimaschädigenden Übels. 

 

Im nächsten Schritt gilt es herauszufinden, was die Aktivitäten im Kuhmagen darüber aussagen, was schließlich hinten rauskommt. Eines schönen Tages sollen so Farmen voller methanarmer Kühe entstehen. Allesamt vernetzt, unterrichten sie den Bauer über ihre aktuelle Methanproduktion. Per WLAN. Der kann dann zeitnah ihr Futter anpassen. Toll: Klimaschutz dank Kuhnetzwerk. 

 

Ein Facebook für Vierbeiner ist bislang allerdings noch nicht in Planung. Dabei wäre das bloß konsequent: Hier könnten sich die Hausrinder etwa gegenseitig Futterstellen empfehlen: Gerade grasen gewesen. 1A Klee links neben dem Leckstein.  

 

Oder die Kühe könnten darüber posten, was sie heute wieder fantastisches produziert haben. 

 

Also sämtliche soziale Aktivitäten, denen ihre menschlichen Futterspender und Fressfeinde tagtäglich frönen. So würden die Nutztiere nicht nur selbst von den Freuden der Vernetzung profitieren:  Was gut ist für die Stimmung in der Herde, ist garantiert auch gut fürs Klima. 

 

Weitere Informationen und Links zum NETZ.REPORTER bei Facebook und Twitter.