Google hat es satt: Eine komplette Branche verärgert den weltweiten Internetriesen. Die Rede ist von sogenannten Suchmaschinen-Optimierern, die Websites künstlich in der Suchleiste nach oben befördern, indem sie maschinell Millionen von Suchanfragen schicken. Dieses Vorgehen ist nicht zwangsläufig illegal, doch es kostet Google Unmengen von Strom, und damit bares Geld.

Wer hat den längeren Arm? Google oder die SEO’s? (Rupert Ganzer/flickr/CC BY-ND 2.0)

Man darf gespannt sein, was auf die Kampfansage von Google folgen wird, denn eins ist klar: Niemand ärgert die “Datenkrake” ungestraft. Bisher hat das Unternehmen die SEO-Anbieter Raven, Seomoz und Ahrefs aufgefordert, sogenanntes Web-Scraping zu unterlassen; außer Seomoz haben alle Anbieter bisher Einsicht gezeigt. Dennoch ist zu erwarten, dass Google  auch weiterhin seine Kampagne ausbauen wird und zahlreiche andere Anbieter von seinen Diensten aussperrt.

 

Und hier das NETZ.SKRIPT zur Sendung:

Datenkrake gegen Datenspinnen

 

Google lässt sich von niemandem ärgern. Die übermächtige Datenkrake hat es schon jedem gezeigt. Ein deutscher Datenschutzbeauftragter stänkert gegen den US-Konzern? Die deutschen Verleger bringen ein Leistungsschutzrecht in den Bundestag? Also bitte!

 

Aber doch: Google ärgert sich schwarz über eine komplette Branche: die der Suchmaschinen-Optimierer, auch SEOs genannt.

 

Die verwirren den schönen Google-Algorithmus, indem sie Webseiten künstlich nach oben pushen. Wirklich zur Weißglut bringen Google aber die so genannten SEO-Tools. Diese Datenspinnen lassen eigene Programme jeden Tag Millionen von Suchanfragen ausführen. Daraus basteln sie eine eigene Datenbank von Suchbegriffen und den entsprechenden Trefferlisten auf Google. Ein zahlender Kunde kann dann schnell sehen, ob sein liebevoll optimierter Webshop beim Suchbegriff „Stützstrümpfe“ immer noch auf Platz 4 der Trefferliste steht oder schon auf Platz 3.

 

Die Aber-Millionen automatisierter Suchanfragen bedeuten für die Suchmaschine aber immense Strom- und Serverkosten, und sie bringen keine Werbeeinnahmen. In der SEO-Branche kursiert das Gerücht, das Google jetzt hart durchgreifen will. Auf in den Kampf.

 

Die Horror-Szenarien schwanken zwischen freundlich-bestimmten Warn-Briefen bis zu Schadensersatzklagen. Armes Google. Die bösen, kommerziellen SEO-Firmen ignorieren ganz einfach die Nutzungsbedingungen und erheben Daten über Daten. Eine Schweinerei.

 

Ach ja … auch Google generiert ja automatisch Daten, fragt oft nicht, ob das gewollt ist und verdient damit viel, viel Geld.

 

Da haben sich aber zwei gefunden. Google gegen die SEO-Branche, die Datenkrake gegen die Datenspinnen. Das wird ein lustiger Kampf.

 

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