Der Netzreporter vom 22. August folgt in geschriebener Form. Es geht um Skunkit, ein Messenger aus Stuttgart. Der neuer Netzdienst will Kommunikation kostenlos und dennoch ohne Werbung anbieten.

Kaum postet man ein Urlaubsfoto, werden einem an der Seitenleiste Mietwagen oder Rückflüge angeboten. Liked man ein Klamottenlabel, kann man sich vor Werbung über Schuhe, Schals und Accessoires kaum retten.

Der vermeintliche Gedanke dahinter ist, dass man genau angeboten bekommt, was man angeblich will. Der tatsächliche  Gedanke dahinter aber ein ganz anderer: Geld.

Soziale Netzwerke, Messenger und Chatprogramme verdienen bekanntermaßen Milliarden mit solchen Geschäften durch das Weiterverkaufen von Daten.

Auch vermeintlich transparente Netzwerke wie Twitter oder WhatsApp sind momentan in den Schlagzeilen – der Grund – logisch – Datenmissbrauch.

Es könnte kaum eine bessere Zeit geben für ein Tool mit Ideologie und Wertvorstellungen.

Das versuchen jetzt die Macher von einem neuen Messenger. Skunkit heißt das gute Stück. Was das Ganze mit Skunks – also Stinktieren – zu tun hat, bleibt erstmal unklar. Ansonsten klingt das Konzept aber sehr transparent. Wie Weihnachten und Ostern zusammen: Keine Werbung und kein Datenmissbrauch. Funktionieren soll das mit begeisterten Menschen und Firmen, die für den guten Zweck tief in ihre Spenden- oder Sponsorenkassen greifen.

Zum Anmelden braucht man nur einen Benutzernamen. Damit meldet man sich auf seinen verschiedenen Geräten an. Damit ist der Skunkit-Account mit diesen Gerät verbunden. Das Praktische daran: man muss nie mehr ein Passwort eingeben. Und kann also auch keins vergessen. Momentan wird skunkit für iOS entwickelt. Android, Windows, Linux und Mac sollen folgen. So kann man auch geräteübergreifend chatten.

Schreibt man dann los, wird die Message nur so lange auf dem Server gespeichert, bis der Empfänger sie abruft. Das klingt verlockend.

Das klingt nach Geheimnissen und wichtigen Inhalten. Und damit auch nach vielen Menschen, die diese Informationen gerne hätten. Wie sicher der Messenger mit Werten tatsächlich ist, wird nur die Zukunft zeigen. Bis jetzt gibt es ihn in der Beta-Version zum Testen – zu Beginn vielleicht ohne Staatsgeheimnisse. Und für den Normalsterblichen vielleicht erst einmal ohne Firmen- oder Familiengeheimnisse.