Der jüngste Tomb-Raider-Trailer hat eine heftige Debatte ausgelöst: Warum werden Frauen in Computerspielen so oft auf ihre optischen Reize reduziert? Ist die Spielebranche eine sexistische Männerwelt? Doch Games lassen sich nicht auf pralle Brüste und plumpe Ballerei reduzieren. Längst gibt es künstlerisch hochwertige Produktionen, die auf einer Stufe mit “echter” Kultur stehen – im Feuilleton findet man sie trotzdem nicht. Wir fragen: Computerspiele, quo vadis?

Alle Infos und Links zu den Inhalten der Sendung findet ihr bei DRadio Wissen. Hier gibt es die Timeline zum gezielten Nachhören, das Audio ist unter dem Beitrag verlinkt:

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01:10 Vorstellung der Gäste: Christian Schiffer (CS), Deef Pirmaesens (DP), Gunnar Lott (GL)

02:25 Zusammenfassung der Sendungsinhalte

03:00 DP: Sexismus im Tomb-Raider-Trailer?

06:20 CS: Tomb-Raider-Trailer bedient Geschlechterklischees

08:10 DP: Kunstfreiheit muss gewahrt bleiben – aber Kritik ist legitim

11:30 GL: Computerspiele sind Unterhaltung für die Massen und keine Hochkultur, Tomb-Raider-Trailer ist ein Fortschritt in Sachen Geschlechterklischees

14:30 CS: Debatte über Rollenbilder in Computerspielen ist überfällig#

16:35 GL: klischeebehaftetes Frauenbild ist Teil der „Nerdkultur“ (Begriffserklärung ab 18:35)

19:15 Ist die angebliche „Nerdkultur“ nicht längst der Mainstream?

21:10 DP: Gegenrede zu GL

24:40 95 Prozent der Entscheidungsträger in der Spiele-Industrie sind Männer – Folgen?

27:30 GL: Blockbuster-Spiele sind für Männer konzipiert (bspw. Call of Duty)

29:15 Welche Spiele sprechen Frauen an? (oder ist die Frage nicht schon sexistisch?)

33:00 CS: Diskurse können Änderungen bewirken, z.B. Gewaltdebatte bei Call of Duty

34:40 Wie unterscheiden sich Indie-Szene und Massenmarkt?

36:20 Werden Computerspiele anders (nur in Fachmagazinen) rezipiert als bspw. Filme? (Gegenbeispiel GTA IV ab 37:55)

38:40 GL: Computerspiele bekommen genug Aufmerksamkeit, das Feuilleton interessiert doch eh niemanden (ab 40:45)

41:50 DP: Feuilleton hat Definitionsmacht (Vergabe von Kulturförderung)

42:40 Computerspiele gelten noch immer als minderwertige Unterhaltung

44:40 … warum ist das?

46:00 Computerspielen ist eine Kulturtechnik, die nicht jeder beherrscht – erst recht nicht die Feuilletonisten (trotzdem gehören Spiele ins Feuilleton)

49:10 „Games sind das Leitmedium der Zukunft“ – wirklich?

49:40 CS: Qualität der Computerspiele wird steigen, sozialer Charakter wird wichtiger werden

53:00 Schlussrunde: Welche Entwicklungen bringen die nächsten Jahre für die Spielebranche?