Machen die Algorithmen von Amazon und Co die persönlichen Empfehlungen überflüssig? Der NETZ.REPORTER meint: Nein, die besten Tipps kommen immer noch von Freunden und Bekannten. Diesmal mit dabei: das Blog Fünf Bücher.

Lesen lebt Lesen kommt auch im digitalen Zeitalter nicht aus der Mode. (Foto: rachel sian unter cc by-nc 2.0)

Das Lesen lebt – allen voreiligen Nachrufen zum Trotz. Lese-Communities boomen im Netz und bringen es auf Abermillionen Mitglieder. Neben dem Austausch über Lieblingsbücher sind kommunikative Bücherjunkies vor allem an neuem Lesestoff interessiert. Buchempfehlungen durch ausgeklügtelte Algorithmen oder durch User mit ähnlichen Vorlieben bedienen dieses Bedürfnis. Aber die besten Tipps stammen immer noch von den eigenen Bekannten oder Jenen die man zu kennen glaubt.

Hier findet das kleine Blog Fünf Bücher seine bemerkenswerte Nische. Zweimal pro Woche präsentieren Journalisten, Autoren, Blogger und andere digitale Bohemiens hier fünf unverzichtbare Buchtitel. So entstehen Kurzporträts in Lektürevorlieben, die den Fünf-Büchern auch eine Nominierung für die renommierten BOBs, die Best-of-Blogs der Deutschen Welle einbrachte.

 

Und hier das NETZ.SKRIPT zur Sendung:

Büchercommunitys gibt es im Netz wie Sand am Meer. Auch persönliche Bestenlisten haben längst Volkssportcharakter. An profunden Empfehlungen engagierter Bücherwürmer besteht sicher kein Mangel.

Aber die besten Tipps stammen immer noch von den eigenen Bekannten. Oder von Jenen, die man zu kennen glaubt. Hier findet das Blog fuenfbuecher.de seine bemerkenswerte Nische.

Zweimal pro Woche beantworten passionierte Leser, Autoren, Journalisten und diverse Vertreter der digitalen und analogen Bohème hier die programmatischen Gretchenfrage: Welche fünf Bücher sind für sie unverzichtbare Lebensmittel.

Im Lesezirkel der Kulturschaffenden ist MTV-Ikone und Grimmepreisträger Markus Kavka ebenso vertreten wie Johnny Häusler, seines Zeichens Macher von Spreeblick.com.

Unter den älteren Semestern gibt die unvermeidliche Elke Heidenreich genauso ihre Empfehlungen wie Jürgen von der Lippe. Der Patenonkel der Comedywelle hat schließlich ehedem ein paar Semester Philosophie und Germanistik studiert.

Empfohlen werden literarische Evergreens wie Faust oder die gute alte Bibel. Man kann einstimmen in die Hymen der eigenen Lieblingsbücher oder sich mittelhochdeutsche Klassiker, wie Hartmanns von der Aues Erec schmackhaft machen lassen.

Den featured etwa Jörg Braun. Als Björn Grau bloggt er lesenswert unter Graubrotblog.de und macht ansonsten in Netzpolitik. Seine prägnant, wuchtigen Kurzkritiken enthalten schöne Hymen auf Uwe Johnsons Jahrestage und bedenkenswerte Spekulationen über den oft übersehenen Zusammenhang von guter Literatur und guter Wasserbeschreibung.

Die fünf Bücher sind nicht nur ein Leszirkel digitaler und analoger Kulturschaffender. Sie verstehen sich auch als Kurzporträts qua Lieblingslektüre: Sag mir was du liest und ich sag dir vielleicht wer du bist. Über 130 Porträts in Lesevorlieben sind bislang entstanden. So zählt etwa der UR-Blogger und Märchenpodcaster Don Dahlmann, Henry Miller, Groucho Marx oder Elias Canetti zum Pantheon seiner literarischen Hausgötter.

Das Blog fünfbücher.de dürfte auch den letzten Kulturskeptiker beruhigen. Schön zu wissen, dass digitale Avantgardisten neben iPads und Twitterfeeds, Papier immer noch für unverzichtbar halten.

Weitere Links und Informationen des NETZ.REPORTERS bei Facebook und Twitter.