Die Plattenindustrie hat es schon längst erwischt. MP3, Tauschbörsen, Apples itunes und neuerdings Streamingsdienste wie spotify oder simfy. Eine ganze Branche ist im Umbruch. Seit Jahren. Auch die Welt der Zeitungen steht Kopf. Twitter, digitale Nachrichtenaggregatoren und schnelle kostenfreie Blogs erschüttern seit langem Nachrichtenmonopole und Geschäftsmodelle von Verlegern. Das Gleiche gilt für ganze Medienindustrien wie Fernsehen, Kino und Buch.

Aber wie steht es eigentlich um die Digitalisierung der Bildung? Sind Universitäten längst auf Peer-to-Peer-Basis ins Netz abgewandert? Und was macht eigentlich die Schule in Zeiten von Smartphone, Tablet und digital Gap? Sind Tafeldienst, Schwammgeruch, Klassenbuch noch die passenden die Assoziationen zum Thema ,Schule’? Wie funktioniert Social Learning im Klassenverband? Welche Bedeutung haben mobile Endgeräte in der Bildung? Spielen Games in der Didaktik mittlerweile eine ernstzunehmende Rolle? Und was ist eigentlich Wissen im Informationszeitalter? Darüber diskutieren wir in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung auf dem zweiten SpeedLab “Blogs, Bytes, Boards und Bildung” am 1.12. ab 10 Uhr im Kölner Betahaus. Keynotes und Podium sind öffentlich. Für die Workshops gibt es noch einige wenige Plätze. Also schnell anmelden. Das komplette Programm, das Wann und Wo und Infos zu den Speakern gibt es unten.

Notebooks, Tablets, iPhones in Unterricht und Uni – ein notwendiger Schritt im Zeitalter der Digitalisierung? Die Lehre – sowohl in Schulen als auch in Universitäten – hat sich in den letzten Jahren nicht gerade revolutiontär verändert, obwohl sich der gesamte Alltag gerade umstrukturiert. Lesetechniken und Schreibstile passen sich den gängigen Medien an, Arbeitsplätze verändern sich – nur die Bildung hinkt immer noch hinterher?

Mit derartigen Fragen beschäftigen sich Praktikerinnen, Experten und Lehrerinnen, Theoretikerinnen, Unternehmer, Bildungsaktivisten und Bloggerinnen auf dem SpeedLab ,Boards, Bytes, Blogs und Bildung‘ am 01. Dezember im Betahaus Köln. In einer Mischung aus Theorie und Praxis sollen neuartige Ideen und Konzepte zum Thema ,Digitale Bildung‘ hier ausgetauscht und diskutiert werden. Zu Anfang gibt‘s zwei komplementäre Keynotes – gehalten von Linda Breitlauch und Johannes Ulrich Schneider. Die eine ist ein Praxiskind und Professorin für Game Design an der Mediadesign Hochschule Düsseldorf, der andere Bibliotheksdirektor der UB Leipzig. Sie erklärt, was Games aus Bildung machen könnten, er philosophiert über die die Bedeutung von Wissen im digitalen Zeitalter.

Im Anschluss an die Denkanstöße treten Gäste, Referentinnen und Referenten in den Dialog. In vier LernLabs, einer Mischung aus Workshop und Speed-Dating, wird jeweils eine halbe Stunde lang gedacht, geredet, gestritten. Themen der schnellsten Workshops der Welt sind diesmal: mobiles Lernen, „social learning“, offenes Wissen, flüssige Lehrbücher und „Open School“. Das Prinzip des LernLabs ist bereits erprobt und scheint vor ziemlich genau einem Jahr beim SpeedLab Journalism ziemlich gut angekommen zu sein. Wie man hier sieht:

 

Nach dieser interaktiven Art des Austauschs geht es auf dem Podium weiter. Dort diskutieren Bildungsaktivist Martin Lindner und Kristin Narr von co:llabratory mit den bloggenden Lehrkräften Lisa Rosa und Felix Schaumburg über die Frage ,Rettet das Netz die Bildung?‘.

 

Und hier noch das offizielle Programm in der Übersicht:

10.00 Uhr Begrüßung

Dietmar Timm, Leiter Dradio Wissen
Thorsten Schilling, Leiter Multimedia, Bundeszentrale für politische Bildung

Moderation: Markus HeidmeierKooperative Berlin

 

10.30 Uhr Input 1 – Lebenslanges Spielen – Die intelligente Zeitverschwendung

Linda Breitlauch, Professorin für Gamedesign, MD.H Mediadesign Hochschule Düsseldorf

11.00 Uhr Input 2 – Was ist Wissen im digitalen Zeitalter

Ulrich Johannes Schneider, Professor für Philosophie, Direktor UB Leipzig

11.30 Uhr anschließende Fragerunde

 

12.00 – 13.00 Uhr Parallele LernLabs: Best Practice & Strategien (2 à 30 min)

1) Mobiles Lernen im vollautomatischen Klassenzimmer.
Tablets, Smartboards und Co. Hardware im Bildungseinsatz.

Roman Deeken, André Spang, Thomas Vieth, ipad-Klasse, Kaiserin-Augusta-Schule, Köln
Martin Lindner
, Bildungsberater, Visionär, Schule 2021

2) „Social Learning“ Blogs, Netzwerke und Communities.
Kollaboratives Lernen und Social Media in der Schule

Lisa Rosa, Referat Lernen in der Wissensgesellschaft, Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, Hamburg; Bloggerin
Jöran Muuß-Merholz, Diplom-Pädagoge, Bildungsberater

3) Offenes Wissen und flüssige Lehrbücher.
Selektiertes Wissen oder weltweites Wissen. Wem gehört die Bildung und wem das Wissen?

Stefan Appelhans, K-Lab Berlin
Sebastian Hirsch, Bildungsaktivist, Open Educational Ressources

4) Open School in Zeiten von digitaler Transparenz und Open Government?
Können Transparenz und Digitalisierung die Schulen weiter demokratisieren?

Christian Füller, Journalist (u.a. taz – die tageszeitung)
Felix Schaumburg, Lehrer, Blogger

13.00 – 14.30 Uhr Mittagspause/Essen

14.30 – 15.30 Uhr Parallele SubLabs: Best Practice & Strategien (à 30 min) LernLabs – Teil 2

15.30 – 15.45 Uhr Kaffeepause

16:00 – 17.00 Uhr Podiumsdiskussion: „Rettet das Netz die Bildung?“

Martin LindnerBildungsaktivist

Kristin Narrco:llabratory, Google Initiative

Lisa Rosa, Referat Lernen in der Wissensgesellschaft, Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, Hamburg; Bloggerin

Christian Füller, Journalist (u.a. taz – die tageszeitung)

Moderation: Ralf Müller-Schmid, Redaktionsleiter, DRadio Wissen

ab 17.15 Uhr Networking & Feedbackgespräche mit der Bundeszentrale für politische Bildung & Dradio Wissen

ab 20:30 Uhr Sausemodul im Alcazar, Belgisches Viertel, Köln

 

Foto: Schultafel by Redronafets unter CC auf Flickr