Rock Cookie Bottom – hinter diesem  Titel verbirgt sich ein junger US-Amerikaner namens Jonathan Mann, der dem Überangebot an Kulturgütern im Netz auf seine ganz eigene Art und Weise begegnet: Statt mit Stagnation oder Depression auf das riesige Angebot an Musik im Web zu reagieren, tut der Musiker 2.0. vor allem eines: er produziert am laufenden Band. Seit Januar 2009 schreibt er täglich einen neuen Song und verbreitet ihn über seinen Youtube-Kanal.

Nicht jeden Monat, nicht jede Woche, sondern wirklich jeden Tag erscheint auf diese Weise nun schon seit mehr als zwei Jahren ein neues Lied. Entstanden sind so bisher mehr als 1000 Titel, von denen, laut eigener Ausssage Manns 70% richtig schlecht sind, 10 % aber durchaus Hitpotential haben. Mittlerweile hat der produktionswütige Musikant sich eine recht große Fanbase angelacht, die ihn über eine Funding-Seite finanziell bei der Produktion seines ersten eigenen Albums unterstützt hat. Der Titel lautet – natürlich – “Song A Day: The Album”.

Weniger Kreativen sei mit ‘iTar’ ein weiteres Funding-Projekt ans Herz gelegt, das für einen ähnlichen musikalischen Megaflow sorgen könnte. ‘iTar’ – das ist eine Kombination aus Gitarre und iPad, die – sofern sie denn relaisiert wird – so manchem Hobbymusikanten das Leben schon bald erleichtern könnte. Statt richtigem Saiteninstrument kommt hier ein Tablet zum Einsatz, das mit einem elektronischem Gitarrenhals verbunden wird und auf diese Weise neben der Gitarre auch Drummachines, Synthies, Bass und viele andere Instrumente imitieren soll. Dahinter steckt mit StarrLabs ein experimentelles Techniker-Kollektiv, das sich bereits an so manch anderer ausgefallener Gitarre ausprobiert hat.

Damit die ‘iTar’ realisiert wird, müssen allerdings bis zum 6. Dezember erst einmal 50.000 US-Dollar zusammenkommen. Momentan steht das Projekt gerade einmal bei 10.000. Ob die ‘iTar’ wirklich bald das Musizieren erleichtern wird, steht also noch in den Sternen. Bis das feststeht, kann man Jonathan Mann aber getrost erstmal machen lassen – schließlich produziert der immer noch so fröhlich vor sich hin! Mehr über die “Kreative Fließbandarbeit” des Musikers gibt’s im aktuellen Netzreporter auf DRadio Wissen.