Nach ersten Tests schließen wir uns unangenehmerweise der allgemeinen Euphorie an. Die Asymmetrie der Beziehungen wird Facebook in aller Kürze auch ermöglichen. So viel scheint uns sicher. Bemerkenswerter aber ist die Tatsache, dass es dem Social-Media-Versager Google gelungen ist, ohne sensationelle Neuerfindungen sowohl Facebook als auch Twitter anzugreifen. Auch wenn wir die Einschätzung von Marcel Weiss auf neunetz.com, dass Google+ eindeutig eher Twitter als Facebook angreife, definitiv nicht teilen. Dafür sind die Parallelen einfach zu offensichtlich. Die Überraschung ist eher, dass es Google gelungen ist, mit einem Dienst beide anzugreifen. Und das mit der simplen Öffnung der Beziehungsverhältnisse.

Die schwellenslose Einbindung diverser Dienste (Picasa etc.) könnte Googles Macht vorerst manifestieren. Die Kombination aus Suchmaschine, deren Ergebnisse durch Google+ hoffentlich nachhaltig besser (sematischer, persönlicher) werden, was dringend nötig ist, Kalender-, Text-, Mail-, Chat-, Mapdiensten und der Marktmacht in Sachen Onlinewerbung scheint aktuell kaum schlagbar.

Besonders spannend dürfte es werden, wenn dann noch die API von Google+ nutzbar wird. Momentan dürften zahlreiche Nutzer auch davor zurückschrecken, ein weiteres Netzwerk bedienen zu müssen. Wenn aber Synchronisationen etc. möglich sind, dürfte sich auch das ganz schnell erledigen. Auch die mobile Nutung jenseits der Android-Plattform ist noch müsam. Aber auch das dürfte in kurzer Zeit anders werden.

Wir jedenfalls sind nach wenigen Tagen ziemlich begeistert. Leider. Denn derartige Begeisterungen wirken ja immer etwas naiv und sind etwas peinlich. Schöner wäre es gewesen, Google+ herrlich verreißen zu können und einen ähnlich grandiose Untergang wie Google Wave zu prognostizieren. Tja. Wäre schreibtechnisch attraktiver gewesen. Stimmt aber nun mal einfach nicht.

(mh)

P.S.: HIer geht es übrigens zu unserem Google+ Profil