Illustrationen im Netz machen aus Vorträgen visuelle Erlebniswelten

Am Anfang war das Wort. Aber kurz danach muss auch schon das Bild aufgetaucht sein. Jedenfalls konkurrieren Wort und Bild seit Menschengedenken um die Aufmerksamkeit. Stehen beide im Gegensatz zueinander? Oder bilden sie eine komplementäre Einheit? Mit Aufkommen des Romans jedenfalls geriet das Wort unter Verdacht, der Roman führe zu Isolation und Entkoppelung von der Realität. Als dann das Fernsehen auftauchte, wurde vor der Bilderflut gewarnt. Im Netz kann man kaum von einer führende Disziplin sprechen. Es gibt Texte, Fotos, Videos, Musik. Mittlerweile gibt es aber auch eine neue Gattung. Das illustrierte Wort. Es handelt sich um Vorträge, die in Echtzeit zu zeichenhaften Sprachbildern verwandelt werden. So wird sogar aus einem komplexen Vortrag Zizeks oder einer zähen Perfomance des Netzkritikers Morozov ein Vergnügen.